Silikonfugen in Bad und Dusche sind ständig Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Mit der Zeit werden sie porös, bekommen Risse oder Schimmelbefall. Das beeinträchtigt nicht nur die Optik, sondern auch die Dichtfunktion: Wasser kann hinter die Fliesen gelangen und langfristig Schäden an der Bausubstanz verursachen. Eine typische Lebensdauer beträgt je nach Pflege 2–5 Jahre. Wer die Fugen rechtzeitig erneuert, vermeidet teure Sanierungen. Selbst Hand anzulegen spart dabei bares Geld: Ein Profi verlangt pro laufendem Meter zwischen 10 und 20 € – für eine ganze Dusche kommen schnell 200–300 € zusammen. Mit der richtigen Anleitung bekommen Sie das auch als Heimwerker hin.
Bevor Sie loslegen, sollten Sie wissen: Neues Silikon haftet nicht auf altem, verschmutztem Untergrund. Daher ist die gründliche Vorarbeit entscheidend. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen alle Schritte – vom Entfernen der alten Fuge bis zum professionellen Abziehen. Die Materialien finden Sie im Baumarkt (OBI, Hornbach, Bauhaus, toom) für insgesamt rund 30–40 €.
Das brauchen Sie: Werkzeug und Materialien
Silikonkartusche (z. B. Sanitärsilikon, ca. 8–12 € bei OBI/Hornbach)
Kartuschenpistole (einfach ab 5 €, besser eine halbprofessionelle für 15 €)
Fugenentferner / Dichtungsentferner (Schere oder Spezialmesser, ab 8 €)
Flächenreiniger / Isopropanol (70% oder 99%, ab 5 € für 500 ml)
Silikonprimer (bei stark saugenden Untergründen wie Naturstein, ca. 8 €)
Abziehhilfe / Fugenglättung (Kunststoffspachtel oder Fugengummi, ab 3 €)
Abdeckband / Malerkrepp (2 €)
Pinsel oder Schwamm (für den Reiniger)
Gummihandschuhe (Schutz vor Hautirritationen)
Zusätzlich: Schutzkleidung, eine Taschenlampe zur Kontrolle, und eventuell ein Duschschwamm mit Reinigungsmittel für die Nachreinigung. Insgesamt liegen die Kosten unter 40 € – und das reicht für mehrere Fugenrunden.
Schritt 1: Alte Fugen entfernen
Der erste und wichtigste Schritt ist das restlose Entfernen der alten Silikonfuge. Zerschneiden Sie das Silikon entlang der Fugenkanten mit einem scharfen Messer oder Fugenentferner. Achten Sie darauf, die Fliesen oder die Badewanne nicht zu verkratzen. Bei hartnäckigen Resten hilft es, die Fuge mit einem Föhn kurz zu erwärmen – dann wird sie weicher und lässt sich leichter lösen. Verwenden Sie niemals aggressive Chemikalien wie Aceton auf empfindlichen Oberflächen, da diese die Beschichtung angreifen können.
Nach dem groben Entfernen müssen feine Silikonreste beseitigt werden. Kratzen Sie auch die Ränder sorgfältig ab. Ein kleiner Schraubendreher oder ein Kunststoffspachtel eignen sich gut. Die Fuge muss absolut sauber sein – am besten mit einer Taschenlampe prüfen. Wenn noch alte Silikonreste übrig sind, haftet das neue Silikon nicht richtig und die Fuge wird undicht.
Typischer Fehler: Zu wenig entfernen. Alte Silikonreste unter der neuen Schicht führen zu Hohlräumen und Rissbildung. Also lieber etwas mehr Zeit investieren.
Schritt 2: Reinigen und Vorbereiten
Nach dem Entfernen wird die Fuge gründlich gereinigt. Entfetten Sie die Fläche mit einem speziellen Flächenreiniger oder Isopropanol. Tragen Sie das Reinigungsmittel auf einen fusselfreien Lappen auf und wischen Sie die gesamte Fugenvertiefung sowie die angrenzenden Fliesen aus. Trocknen lassen. Staub und Schmutz sind der Feind jeder guten Haftung.
Als Nächstes kleben Sie die Kanten mit Malerkrepp ab. Setzen Sie das Klebeband exakt entlang der Fliesenkante – ein Abstand von 1–2 mm zur geplanten Fugenkante ist ideal. So erhalten Sie eine saubere, gerade Linie nach dem Abziehen. Drücken Sie das Band gut an. Bei stark saugenden Untergründen (z. B. unbehandelter Naturstein) empfiehlt sich vor dem Auftragen des Silikons ein Primer. Tragen Sie diesen dünn mit einem Pinsel auf und lassen Sie ihn 10–30 Minuten trocknen (Herstellerangaben beachten). Der Primer verbessert die Haftung deutlich.
Schritt 3: Neue Silikonfuge auftragen
Nun spritzen Sie das Silikon mit der Kartuschenpistole gleichmäßig in die Fugenvertiefung. Setzen Sie die Düse schräg an und drücken Sie die Pistole, während Sie langsam entlang der Fuge fahren. Die Fuge sollte etwas überfüllt sein – etwa 1 mm über die Kante hinaus. Keine Sorge, der Überschuss wird später abgezogen. Üben Sie vorher an einem Karton, damit Sie ein Gefühl für den Druck bekommen.
Zum Glätten verwenden Sie einen Fugengummi oder einen angefeuchteten Finger (Spülmittelwasser hilft gegen Kleben). Ziehen Sie das Silikon schräg in einem Zug durch, sodass eine konkave Form entsteht. Drücken Sie nicht zu fest – das Silikon soll sich mit den Fliesen verbinden, nicht herausgedrückt werden. Danach sofort das Malerkrepp abziehen, bevor das Silikon härtet (am besten innerhalb von 5 Minuten). Lassen Sie die Fuge dann mindestens 12 Stunden aushärten (besser 24 Stunden), bevor sie Wasser ausgesetzt wird. Schnellhärtende Silikone sind nach 2–4 Stunden belastbar, aber für die Dusche besser länger warten.
Typischer Fehler: Zu viel Silikon aufgetragen oder zu spät abgezogen. Beides führt zu unsauberen Kanten oder Lufteinschlüssen. Arbeiten Sie zügig, aber sorgfältig.
Häufige Fragen
Muss ich bei neuen Fugen unbedingt Primer verwenden?
Nicht immer, aber auf Oberflächen wie Acrylglas, Naturstein oder alten Fliesen mit Glättemittelrückständen verbessert Primer die Haftung massiv. Auf normalen glasierten Fliesen reicht meist das Reinigen mit Isopropanol aus.
Kann ich Silikon überstreichen?
Nein, normales Sanitärsilikon ist nicht überstreichbar. Es gibt spezielle überstreichbare Silikone (z. B. von Ottoseal), die jedoch seltener sind. Wenn Sie eine farbige Fuge wünschen, kaufen Sie gleich farbiges Silikon.
Wie entferne ich eingetrocknete Silikonreste von Fliesen?
Mechanisch mit einem Schaber oder einer Rasierklinge (vorsichtig!). Chemische Entferner sind aggressiv und greifen die Glasur an. Bei ganz hartnäckigen Fällen hilft ein feiner Drahtbürste oder ein Radiergummi-Aufsatz für den Bohrmaschine.
Fazit
Das Erneuern von Silikonfugen im Bad ist eine überschaubare DIY-Aufgabe, die mit den richtigen Materialien und etwas Geduld gelingt. Der komplette Ablauf dauert etwa 1–2 Stunden pro Bad, inklusive Trocknungszeit. Die Kosten von etwa 30 € sind ein Bruchteil dessen, was ein Handwerker verlangt. Achten Sie besonders auf die gründliche Vorbereitung: Alte Reste entfernen, reinigen und richtig abkleben. Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung werden Ihre Fugen wieder dicht und sehen aus wie vom Profi. So schützen Sie Ihr Bad langfristig vor Feuchtigkeitsschäden und sparen gleichzeitig Geld.
Silikonfugen im Bad erneuern: Schritt für Schritt zu sauberen Fugen
Warum Silikonfugen regelmäßig erneuern?
Silikonfugen in Bad und Dusche sind ständig Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Mit der Zeit werden sie porös, bekommen Risse oder Schimmelbefall. Das beeinträchtigt nicht nur die Optik, sondern auch die Dichtfunktion: Wasser kann hinter die Fliesen gelangen und langfristig Schäden an der Bausubstanz verursachen. Eine typische Lebensdauer beträgt je nach Pflege 2–5 Jahre. Wer die Fugen rechtzeitig erneuert, vermeidet teure Sanierungen. Selbst Hand anzulegen spart dabei bares Geld: Ein Profi verlangt pro laufendem Meter zwischen 10 und 20 € – für eine ganze Dusche kommen schnell 200–300 € zusammen. Mit der richtigen Anleitung bekommen Sie das auch als Heimwerker hin.
Bevor Sie loslegen, sollten Sie wissen: Neues Silikon haftet nicht auf altem, verschmutztem Untergrund. Daher ist die gründliche Vorarbeit entscheidend. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen alle Schritte – vom Entfernen der alten Fuge bis zum professionellen Abziehen. Die Materialien finden Sie im Baumarkt (OBI, Hornbach, Bauhaus, toom) für insgesamt rund 30–40 €.
Das brauchen Sie: Werkzeug und Materialien
Zusätzlich: Schutzkleidung, eine Taschenlampe zur Kontrolle, und eventuell ein Duschschwamm mit Reinigungsmittel für die Nachreinigung. Insgesamt liegen die Kosten unter 40 € – und das reicht für mehrere Fugenrunden.
Schritt 1: Alte Fugen entfernen
Der erste und wichtigste Schritt ist das restlose Entfernen der alten Silikonfuge. Zerschneiden Sie das Silikon entlang der Fugenkanten mit einem scharfen Messer oder Fugenentferner. Achten Sie darauf, die Fliesen oder die Badewanne nicht zu verkratzen. Bei hartnäckigen Resten hilft es, die Fuge mit einem Föhn kurz zu erwärmen – dann wird sie weicher und lässt sich leichter lösen. Verwenden Sie niemals aggressive Chemikalien wie Aceton auf empfindlichen Oberflächen, da diese die Beschichtung angreifen können.
Nach dem groben Entfernen müssen feine Silikonreste beseitigt werden. Kratzen Sie auch die Ränder sorgfältig ab. Ein kleiner Schraubendreher oder ein Kunststoffspachtel eignen sich gut. Die Fuge muss absolut sauber sein – am besten mit einer Taschenlampe prüfen. Wenn noch alte Silikonreste übrig sind, haftet das neue Silikon nicht richtig und die Fuge wird undicht.
Typischer Fehler: Zu wenig entfernen. Alte Silikonreste unter der neuen Schicht führen zu Hohlräumen und Rissbildung. Also lieber etwas mehr Zeit investieren.
Schritt 2: Reinigen und Vorbereiten
Nach dem Entfernen wird die Fuge gründlich gereinigt. Entfetten Sie die Fläche mit einem speziellen Flächenreiniger oder Isopropanol. Tragen Sie das Reinigungsmittel auf einen fusselfreien Lappen auf und wischen Sie die gesamte Fugenvertiefung sowie die angrenzenden Fliesen aus. Trocknen lassen. Staub und Schmutz sind der Feind jeder guten Haftung.
Als Nächstes kleben Sie die Kanten mit Malerkrepp ab. Setzen Sie das Klebeband exakt entlang der Fliesenkante – ein Abstand von 1–2 mm zur geplanten Fugenkante ist ideal. So erhalten Sie eine saubere, gerade Linie nach dem Abziehen. Drücken Sie das Band gut an. Bei stark saugenden Untergründen (z. B. unbehandelter Naturstein) empfiehlt sich vor dem Auftragen des Silikons ein Primer. Tragen Sie diesen dünn mit einem Pinsel auf und lassen Sie ihn 10–30 Minuten trocknen (Herstellerangaben beachten). Der Primer verbessert die Haftung deutlich.
Schritt 3: Neue Silikonfuge auftragen
Nun spritzen Sie das Silikon mit der Kartuschenpistole gleichmäßig in die Fugenvertiefung. Setzen Sie die Düse schräg an und drücken Sie die Pistole, während Sie langsam entlang der Fuge fahren. Die Fuge sollte etwas überfüllt sein – etwa 1 mm über die Kante hinaus. Keine Sorge, der Überschuss wird später abgezogen. Üben Sie vorher an einem Karton, damit Sie ein Gefühl für den Druck bekommen.
Zum Glätten verwenden Sie einen Fugengummi oder einen angefeuchteten Finger (Spülmittelwasser hilft gegen Kleben). Ziehen Sie das Silikon schräg in einem Zug durch, sodass eine konkave Form entsteht. Drücken Sie nicht zu fest – das Silikon soll sich mit den Fliesen verbinden, nicht herausgedrückt werden. Danach sofort das Malerkrepp abziehen, bevor das Silikon härtet (am besten innerhalb von 5 Minuten). Lassen Sie die Fuge dann mindestens 12 Stunden aushärten (besser 24 Stunden), bevor sie Wasser ausgesetzt wird. Schnellhärtende Silikone sind nach 2–4 Stunden belastbar, aber für die Dusche besser länger warten.
Typischer Fehler: Zu viel Silikon aufgetragen oder zu spät abgezogen. Beides führt zu unsauberen Kanten oder Lufteinschlüssen. Arbeiten Sie zügig, aber sorgfältig.
Häufige Fragen
Muss ich bei neuen Fugen unbedingt Primer verwenden?
Nicht immer, aber auf Oberflächen wie Acrylglas, Naturstein oder alten Fliesen mit Glättemittelrückständen verbessert Primer die Haftung massiv. Auf normalen glasierten Fliesen reicht meist das Reinigen mit Isopropanol aus.
Kann ich Silikon überstreichen?
Nein, normales Sanitärsilikon ist nicht überstreichbar. Es gibt spezielle überstreichbare Silikone (z. B. von Ottoseal), die jedoch seltener sind. Wenn Sie eine farbige Fuge wünschen, kaufen Sie gleich farbiges Silikon.
Wie entferne ich eingetrocknete Silikonreste von Fliesen?
Mechanisch mit einem Schaber oder einer Rasierklinge (vorsichtig!). Chemische Entferner sind aggressiv und greifen die Glasur an. Bei ganz hartnäckigen Fällen hilft ein feiner Drahtbürste oder ein Radiergummi-Aufsatz für den Bohrmaschine.
Fazit
Das Erneuern von Silikonfugen im Bad ist eine überschaubare DIY-Aufgabe, die mit den richtigen Materialien und etwas Geduld gelingt. Der komplette Ablauf dauert etwa 1–2 Stunden pro Bad, inklusive Trocknungszeit. Die Kosten von etwa 30 € sind ein Bruchteil dessen, was ein Handwerker verlangt. Achten Sie besonders auf die gründliche Vorbereitung: Alte Reste entfernen, reinigen und richtig abkleben. Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung werden Ihre Fugen wieder dicht und sehen aus wie vom Profi. So schützen Sie Ihr Bad langfristig vor Feuchtigkeitsschäden und sparen gleichzeitig Geld.
Mehr zum Thema: Schimmelbildung in der Wikipedia.
Ähnliche Beiträge
Tags:
Neueste Beiträge