Die Arbeitsplatte ist die meistgenutzte Fläche in der Küche – täglich wird auf ihr geschnitten, gekocht, abgestellt. Bei der Wahl zwischen Massivholz, Naturstein und Schichtstoff stellen sich viele Fragen: Welches Material hält am längsten? Was darf ich in der Mietwohnung überhaupt einbauen? Und wie viel kostet der Spaß wirklich? Dieser Vergleich hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Küche zu treffen.
Kurz gefasst
Schichtstoff (z. B. Resopal) ist mit 50-120 € pro laufendem Meter die günstigste Option, aber empfindlich gegen Hitze und Schnitte.
Massivholz (Eiche, Buche) kostet 80-200 €/lfm, bietet Wärme und lässt sich abschleifen, benötigt aber regelmäßige Pflege.
Naturstein (Granit, Quarzit) ist mit 200-600 €/lfm am teuersten, dafür extrem hitzebeständig und kratzfest.
In der Mietwohnung müssen Sie den Einbau mit dem Vermieter abklären und die alte Platte aufbewahren.
Die drei Materialien im Überblick
Bevor Sie sich für ein Material entscheiden, sollten Sie die grundlegenden Eigenschaften kennen. Schichtstoff – oft unter dem Markennamen Resopal oder Formica bekannt – besteht aus einem Kern aus Spanplatte oder MDF, der mit mehreren Lagen Melaminharz-Papier beschichtet ist. Die Oberfläche ist glatt, pflegeleicht und in unzähligen Farben und Dekoren erhältlich. Massivholz-Arbeitsplatten werden meist aus Eichen-, Buchen- oder Nussbaumholz gefertigt, die zu Lamellen verleimt und gehobelt werden. Sie verleihen der Küche eine natürliche, warme Ausstrahlung. Natursteinplatten aus Granit, Quarzit oder Marmor werden aus dem Stein gesägt und poliert – jede Platte ist ein Unikat. Auch Kunststein (Quarzverbund) wie Silestone oder Dekton zählt dazu, ist aber kein reiner Naturstein.
Die Wahl hängt stark von Ihrem Kochverhalten ab: Wer viel mit scharfen Messern hantiert oder heiße Töpfe direkt auf die Platte stellt, tut sich mit Stein leichter. Wer eine günstige Lösung für eine Gästeküche sucht, greift zu Schichtstoff. Holzliebhaber müssen mit mehr Pflegeaufwand rechnen, werden aber mit einer langlebigen, charaktervollen Oberfläche belohnt.
Ein wichtiger Aspekt für deutsche Wohnungen: Die Normalküchentiefe beträgt 60 cm (Standard-Unterschrank), die Arbeitsplatte sollte an der Wand 2-3 cm überstehen. Typische Längen sind 1,2 m bis 3 m. Für eine durchgehende Platte von 2,4 m Länge müssen Sie mit entsprechenden Kosten rechnen.
Beim Einbau spielt das Gewicht eine Rolle: Schichtstoffplatten wiegen etwa 10-15 kg/m², Holz 15-25 kg/m², Stein 40-50 kg/m². Bei Steinplatten ist daher meist eine stabile Unterkonstruktion nötig, und der Einbau sollte von Fachleuten erfolgen.
Kostenvergleich: Von günstig bis exklusiv
Die Preise variieren stark je nach Material, Dicke und Verarbeitung. Schichtstoffplatten sind bereits ab 50 € pro laufendem Meter (lfm) in Standardfarben bei OBI erhältlich (z. B. die Eigenmarke mit 38 mm Stärke). Für eine 2,4 m lange Platte zahlen Sie etwa 120 €. Hochwertigere Dekore mit sogenannter „Echtstruktur“ (Nachbildung von Holzporen) kosten 80-120 €/lfm.
Massivholz-Arbeitsplatten aus Eiche liegen im Mittel bei 100-150 €/lfm (38 mm stark, geölt). Eine 2,4 m lange Eichenplatte kostet somit 240-360 €. Bei Buche, die etwas günstiger ist, beginnen die Preise bei 80 €/lfm. Nussbaum ist mit 180-250 €/lfm deutlich teurer.
Naturstein ist die Königsklasse: Granitplatten beginnen bei 200 €/lfm (Standardfarbe, 2 cm dick). Hochwertige Quarzit- oder Marmorplatten kosten 400-600 €/lfm. Dazu kommen die Zuschnitt- und Montagekosten, die schnell 200-400 € betragen können. Eine 2,4 m lange Granitplatte mit Einbau liegt daher bei 680-1000 €. Kunststein (Quarzverbund) ist mit 300-500 €/lfm in einer ähnlichen Preisliga.
Beispiel aus der Praxis: Familie Schmidt aus München wollte in ihrer Eigentumswohnung eine Küchenarbeitsplatte aus Granit in Schwarz (Nero Assoluto). Die Platte (3,0 m x 0,65 m, 2 cm stark) kostete 720 € inklusive Zuschnitt, eine Fachfirma aus dem Umland verlangte 350 € für die Montage. Insgesamt ein Investment von 1070 €.
In der Mietwohnung ist eine Arbeitsplatte aus Schichtstoff oft die wirtschaftlichste Lösung, da sie sich bei Auszug einfach austauschen lässt. Eine ordentliche Platte für unter 200 € (inkl. Ausschnitte für Spüle und Kochfeld) ist realistisch.
Pflege und Alltagstauglichkeit
Schichtstoff ist praktisch wartungsfrei: Ein feuchtes Tuch und etwas Spülmittel reichen. Allerdings ist die Oberfläche empfindlich gegen scharfe Messer – Schnittspuren bleiben sichtbar. Heiße Töpfe sollten nicht direkt auf die Platte gestellt werden, da sonst Blasen entstehen können. Für 20 € bekommen Sie eine Hitzeschutzmatte beim Discounter.
Massivholz muss regelmäßig geölt werden – etwa alle sechs Monate mit einem Speiseöl oder speziellen Holzölen (z. B. Osmo, 15 €/Flasche). Ohne Pflege reißt das Holz oder es entstehen Stockflecken. Der Vorteil: Kleinere Kratzer lassen sich durch Abschleifen (z. B. mit einem Exzenterschleifer von Bosch, Mietkosten 30 €/Tag) und Neuölen leicht entfernen. Eine Massivholzplatte kann so Jahrzehnte halten.
Naturstein ist extrem hart – Granit etwa ist härter als Messerklingen, daher kratzfest. Hitze von Töpfen macht ihm nichts aus (bis ca. 200 °C). Marmor dagegen ist säureempfindlich: Zitronensaft oder Essig können Mattheit verursachen. Dichtungen bzw. Imprägnierungen (etwa 30 €/Flasche) sollten alle 1-2 Jahre aufgetragen werden, um Flecken zu vermeiden. Ein gravierender Nachteil: Stein ist schwer, kalt und kann bei hohen Fallhöhen zerbrechen.
Praxisbeispiel: Frau Lehmann aus Hamburg ließ in ihre Altbau-Mietwohnung eine Eichenplatte einbauen. Sie ölt die Platte jeden Februar und August – das sei Routine, sagt sie. Nach sechs Jahren sind einige Farbränder von Rotwein entstanden, aber sie mag den „Used-Look“.
Einbau in der Mietwohnung: Was ist erlaubt?
In Mietwohnungen gilt: Jeder feste Einbau, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann oder die Bausubstanz verändert, erfordert die Zustimmung des Vermieters. Arbeitsplatten werden meist eingeschraubt oder verklebt – je nachdem ob die Unterschränke der Mietsache gehören. Wenn Sie die alte Platte aufbewahren und später wieder montieren, ist die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung höher.
Wichtig: Schneiden Sie Aussparungen für Spüle und Kochfeld immer exakt – eine falsche Ausfräsung kann die Platte unbrauchbar machen. Das Übergabeprotokoll sollte den Zustand der alten Arbeitsplatte dokumentieren, damit es bei Auszug keine Streitigkeiten gibt. Der Vermieter kann eine Nachbesserung verlangen, wenn die neue Platte nicht fachgerecht montiert wurde.
Eine Alternative für Mieter: Arbeitsplatten aus Schichtstoff von IKEA (z. B. „JUTHÅG“ für 39 €/lfm) sind günstig und schnell austauschbar. Nach der DIN 68877 (Möbelbelastbarkeit) sind Schichtstoffplatten für den Haushaltsgebrauch ausreichend stabil.
Im Neubau sind Massivholz oder Naturstein meist die erste Wahl. Aber auch hier gilt: Eine schwere Steinplatte auf einer Küchenzeile kann zur statischen Herausforderung werden – fragen Sie einen Fachbetrieb.
Fazit
Die ideale Arbeitsplatte hängt von Budget, Nutzung und Wohnsituation ab. Für die Mietwohnung: Schichtstoff (günstig, leicht austauschbar) oder Massivholz (warm, pflegeintensiv). Für die Eigentumswohnung mit viel Kochaktion: Naturstein oder Kunststein (langlebig, hochwertig).
Checkliste für Ihre Entscheidung:
[ ] Habe ich die Erlaubnis des Vermieters (falls nötig)?
[ ] Wie wichtig ist mir Hitze- und Schnittfestigkeit?
[ ] Bin ich bereit, Holz regelmäßig zu ölen?
[ ] Werden fachgerechte Ausschnitte für Spüle und Kochfeld eingebaut?
[ ] Ist die Unterkonstruktion der Küche für schwere Steinplatten geeignet?
[ ] Habe ich die alte Platte aufgehoben?
Mit diesen Kriterien finden Sie die perfekte Arbeitsplatte für Ihre Küche.
Häufige Fragen
Kann ich eine Stein-Arbeitsplatte selbst einbauen?
Davon ist abzuraten, da Stein sehr schwer ist und präzise Zuschnitte erfordert. Für eine Granitplatte von 2,4 m Länge und 2 cm Dicke benötigen Sie mindestens zwei starke Helfer. Lassen Sie den Einbau von einem Fachbetrieb durchführen – das kostet ca. 250-400 €, schützt vor Bruch und garantiert eine gerade Montage.
Wie reinige ich eine Massivholz-Arbeitsplatte richtig?
Verwenden Sie ein feuchtes, gut ausgewrungenes Tuch und milde Seifenlauge. Keinen Scheuerschwamm oder aggressive Reiniger, sonst quillt das Holz. Trocknen Sie die Fläche anschließend mit einem weichen Tuch. Alle 6-12 Monate sollte die Platte mit einem pflegenden Holzöl behandelt werden.
Lassen sich Ausschnitte in Schichtstoffplatten selbst machen?
Ja, mit einer Stichsäge und einem Sägeblatt für Spanplatten ist das möglich. Zeichnen Sie die Aussparung exakt an und sägen Sie von der Innenseite der Platte (beschichtete Seite oben). Ein sauberer Schnitt verhindert Ausrisse am Melaminrand. Kleben Sie die Schnittkante mit Melaminband oder schützen Sie sie mit einer Silikonfuge gegen Feuchtigkeit.
Welche Arbeitsplatte eignet sich am besten für eine kleine Küche?
Schichtstoff in einer hellen Farbe lässt die Küche größer wirken und ist pflegeleicht. Auch Massivholz in geölter Ausführung mit sichtbarer Maserung bringt Wärme in den Raum. Vermeiden Sie zu dunkle Steine, die bei wenig Licht schnell erdrückend wirken.
Ist eine Marmor-Arbeitsplatte für eine Küche geeignet?
Marmor ist säureempfindlich und weicher als Granit – er verkratzt leichter. Für eine Arbeitsplatte in der Küche ist er daher nur bedingt geeignet, es sei denn, Sie nehmen Patina und Flecken in Kauf. Besser geeignet ist Quarzit (Naturstein) oder Quarzverbund (Kunststein), die widerstandsfähiger sind.
Kann ich eine Arbeitsplatte auf bestehende Unterschränke legen, die nicht waagerecht sind?
Ja, aber die Unterschränke müssen vorher justiert werden. Verwenden Sie Ausgleichskeile oder Montagefüße (z. B. von Häfele, ca. 5 € pro Stück). Eine unebene Unterlage führt zu Spannungen und kann die Platte beschädigen, besonders bei Stein. Eine Wasserwaage ist Pflicht.
Wie lange hält eine Arbeitsplatte aus Schichtstoff im Durchschnitt?
Bei normaler Nutzung etwa 10-15 Jahre. Nach dieser Zeit können die Kanten abblättern oder die Oberfläche verkratzt sein. Ein Austausch ist vergleichsweise günstig. In Mietwohnungen reicht eine Schichtstoffplatte oft für die gesamte Mietdauer.
Arbeitsplatten aus Massivholz richtig pflegen und Küchenreparatur: Spüle und Kochfeldausschnitte selber machen – weiterführende Ratgeber helfen Ihnen, Ihre Arbeitsplatte optimal zu nutzen und zu erhalten.
Weitere Tipps
Überlegen Sie auch, ob Sie sich für eine durchgehende Platte oder eine mit Trennfuge entscheiden. In deutschen Altbauten mit schiefen Wänden ist eine durchgehende Platte oft aufwändig anzupassen – eine Fuge zwischen zwei Teilen kann Unebenheiten kaschieren. Die Fuge lässt sich mit einem C-Profil oder Silikon versiegeln.
Denken Sie an den Auszug: Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, bewahren Sie die alte Arbeitsplatte im Keller oder auf dem Dachboden auf. So können Sie beim Auszug einfach zurückbauen. Das spart Ärger und Kosten für eine neue Ersatzplatte.
Arbeitsplatte in der Küche: Massivholz, Stein oder Schichtstoff? Kosten, Pflege und Eignung im Vergleich
Die Arbeitsplatte ist die meistgenutzte Fläche in der Küche – täglich wird auf ihr geschnitten, gekocht, abgestellt. Bei der Wahl zwischen Massivholz, Naturstein und Schichtstoff stellen sich viele Fragen: Welches Material hält am längsten? Was darf ich in der Mietwohnung überhaupt einbauen? Und wie viel kostet der Spaß wirklich? Dieser Vergleich hilft Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Küche zu treffen.
Kurz gefasst
Die drei Materialien im Überblick
Bevor Sie sich für ein Material entscheiden, sollten Sie die grundlegenden Eigenschaften kennen. Schichtstoff – oft unter dem Markennamen Resopal oder Formica bekannt – besteht aus einem Kern aus Spanplatte oder MDF, der mit mehreren Lagen Melaminharz-Papier beschichtet ist. Die Oberfläche ist glatt, pflegeleicht und in unzähligen Farben und Dekoren erhältlich. Massivholz-Arbeitsplatten werden meist aus Eichen-, Buchen- oder Nussbaumholz gefertigt, die zu Lamellen verleimt und gehobelt werden. Sie verleihen der Küche eine natürliche, warme Ausstrahlung. Natursteinplatten aus Granit, Quarzit oder Marmor werden aus dem Stein gesägt und poliert – jede Platte ist ein Unikat. Auch Kunststein (Quarzverbund) wie Silestone oder Dekton zählt dazu, ist aber kein reiner Naturstein.
Die Wahl hängt stark von Ihrem Kochverhalten ab: Wer viel mit scharfen Messern hantiert oder heiße Töpfe direkt auf die Platte stellt, tut sich mit Stein leichter. Wer eine günstige Lösung für eine Gästeküche sucht, greift zu Schichtstoff. Holzliebhaber müssen mit mehr Pflegeaufwand rechnen, werden aber mit einer langlebigen, charaktervollen Oberfläche belohnt.
Ein wichtiger Aspekt für deutsche Wohnungen: Die Normalküchentiefe beträgt 60 cm (Standard-Unterschrank), die Arbeitsplatte sollte an der Wand 2-3 cm überstehen. Typische Längen sind 1,2 m bis 3 m. Für eine durchgehende Platte von 2,4 m Länge müssen Sie mit entsprechenden Kosten rechnen.
Beim Einbau spielt das Gewicht eine Rolle: Schichtstoffplatten wiegen etwa 10-15 kg/m², Holz 15-25 kg/m², Stein 40-50 kg/m². Bei Steinplatten ist daher meist eine stabile Unterkonstruktion nötig, und der Einbau sollte von Fachleuten erfolgen.
Kostenvergleich: Von günstig bis exklusiv
Die Preise variieren stark je nach Material, Dicke und Verarbeitung. Schichtstoffplatten sind bereits ab 50 € pro laufendem Meter (lfm) in Standardfarben bei OBI erhältlich (z. B. die Eigenmarke mit 38 mm Stärke). Für eine 2,4 m lange Platte zahlen Sie etwa 120 €. Hochwertigere Dekore mit sogenannter „Echtstruktur“ (Nachbildung von Holzporen) kosten 80-120 €/lfm.
Massivholz-Arbeitsplatten aus Eiche liegen im Mittel bei 100-150 €/lfm (38 mm stark, geölt). Eine 2,4 m lange Eichenplatte kostet somit 240-360 €. Bei Buche, die etwas günstiger ist, beginnen die Preise bei 80 €/lfm. Nussbaum ist mit 180-250 €/lfm deutlich teurer.
Naturstein ist die Königsklasse: Granitplatten beginnen bei 200 €/lfm (Standardfarbe, 2 cm dick). Hochwertige Quarzit- oder Marmorplatten kosten 400-600 €/lfm. Dazu kommen die Zuschnitt- und Montagekosten, die schnell 200-400 € betragen können. Eine 2,4 m lange Granitplatte mit Einbau liegt daher bei 680-1000 €. Kunststein (Quarzverbund) ist mit 300-500 €/lfm in einer ähnlichen Preisliga.
Beispiel aus der Praxis: Familie Schmidt aus München wollte in ihrer Eigentumswohnung eine Küchenarbeitsplatte aus Granit in Schwarz (Nero Assoluto). Die Platte (3,0 m x 0,65 m, 2 cm stark) kostete 720 € inklusive Zuschnitt, eine Fachfirma aus dem Umland verlangte 350 € für die Montage. Insgesamt ein Investment von 1070 €.
In der Mietwohnung ist eine Arbeitsplatte aus Schichtstoff oft die wirtschaftlichste Lösung, da sie sich bei Auszug einfach austauschen lässt. Eine ordentliche Platte für unter 200 € (inkl. Ausschnitte für Spüle und Kochfeld) ist realistisch.
Pflege und Alltagstauglichkeit
Schichtstoff ist praktisch wartungsfrei: Ein feuchtes Tuch und etwas Spülmittel reichen. Allerdings ist die Oberfläche empfindlich gegen scharfe Messer – Schnittspuren bleiben sichtbar. Heiße Töpfe sollten nicht direkt auf die Platte gestellt werden, da sonst Blasen entstehen können. Für 20 € bekommen Sie eine Hitzeschutzmatte beim Discounter.
Massivholz muss regelmäßig geölt werden – etwa alle sechs Monate mit einem Speiseöl oder speziellen Holzölen (z. B. Osmo, 15 €/Flasche). Ohne Pflege reißt das Holz oder es entstehen Stockflecken. Der Vorteil: Kleinere Kratzer lassen sich durch Abschleifen (z. B. mit einem Exzenterschleifer von Bosch, Mietkosten 30 €/Tag) und Neuölen leicht entfernen. Eine Massivholzplatte kann so Jahrzehnte halten.
Naturstein ist extrem hart – Granit etwa ist härter als Messerklingen, daher kratzfest. Hitze von Töpfen macht ihm nichts aus (bis ca. 200 °C). Marmor dagegen ist säureempfindlich: Zitronensaft oder Essig können Mattheit verursachen. Dichtungen bzw. Imprägnierungen (etwa 30 €/Flasche) sollten alle 1-2 Jahre aufgetragen werden, um Flecken zu vermeiden. Ein gravierender Nachteil: Stein ist schwer, kalt und kann bei hohen Fallhöhen zerbrechen.
Praxisbeispiel: Frau Lehmann aus Hamburg ließ in ihre Altbau-Mietwohnung eine Eichenplatte einbauen. Sie ölt die Platte jeden Februar und August – das sei Routine, sagt sie. Nach sechs Jahren sind einige Farbränder von Rotwein entstanden, aber sie mag den „Used-Look“.
Einbau in der Mietwohnung: Was ist erlaubt?
In Mietwohnungen gilt: Jeder feste Einbau, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann oder die Bausubstanz verändert, erfordert die Zustimmung des Vermieters. Arbeitsplatten werden meist eingeschraubt oder verklebt – je nachdem ob die Unterschränke der Mietsache gehören. Wenn Sie die alte Platte aufbewahren und später wieder montieren, ist die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung höher.
Wichtig: Schneiden Sie Aussparungen für Spüle und Kochfeld immer exakt – eine falsche Ausfräsung kann die Platte unbrauchbar machen. Das Übergabeprotokoll sollte den Zustand der alten Arbeitsplatte dokumentieren, damit es bei Auszug keine Streitigkeiten gibt. Der Vermieter kann eine Nachbesserung verlangen, wenn die neue Platte nicht fachgerecht montiert wurde.
Eine Alternative für Mieter: Arbeitsplatten aus Schichtstoff von IKEA (z. B. „JUTHÅG“ für 39 €/lfm) sind günstig und schnell austauschbar. Nach der DIN 68877 (Möbelbelastbarkeit) sind Schichtstoffplatten für den Haushaltsgebrauch ausreichend stabil.
Im Neubau sind Massivholz oder Naturstein meist die erste Wahl. Aber auch hier gilt: Eine schwere Steinplatte auf einer Küchenzeile kann zur statischen Herausforderung werden – fragen Sie einen Fachbetrieb.
Fazit
Die ideale Arbeitsplatte hängt von Budget, Nutzung und Wohnsituation ab. Für die Mietwohnung: Schichtstoff (günstig, leicht austauschbar) oder Massivholz (warm, pflegeintensiv). Für die Eigentumswohnung mit viel Kochaktion: Naturstein oder Kunststein (langlebig, hochwertig).
Checkliste für Ihre Entscheidung:
Mit diesen Kriterien finden Sie die perfekte Arbeitsplatte für Ihre Küche.
Häufige Fragen
Kann ich eine Stein-Arbeitsplatte selbst einbauen?
Davon ist abzuraten, da Stein sehr schwer ist und präzise Zuschnitte erfordert. Für eine Granitplatte von 2,4 m Länge und 2 cm Dicke benötigen Sie mindestens zwei starke Helfer. Lassen Sie den Einbau von einem Fachbetrieb durchführen – das kostet ca. 250-400 €, schützt vor Bruch und garantiert eine gerade Montage.
Wie reinige ich eine Massivholz-Arbeitsplatte richtig?
Verwenden Sie ein feuchtes, gut ausgewrungenes Tuch und milde Seifenlauge. Keinen Scheuerschwamm oder aggressive Reiniger, sonst quillt das Holz. Trocknen Sie die Fläche anschließend mit einem weichen Tuch. Alle 6-12 Monate sollte die Platte mit einem pflegenden Holzöl behandelt werden.
Lassen sich Ausschnitte in Schichtstoffplatten selbst machen?
Ja, mit einer Stichsäge und einem Sägeblatt für Spanplatten ist das möglich. Zeichnen Sie die Aussparung exakt an und sägen Sie von der Innenseite der Platte (beschichtete Seite oben). Ein sauberer Schnitt verhindert Ausrisse am Melaminrand. Kleben Sie die Schnittkante mit Melaminband oder schützen Sie sie mit einer Silikonfuge gegen Feuchtigkeit.
Welche Arbeitsplatte eignet sich am besten für eine kleine Küche?
Schichtstoff in einer hellen Farbe lässt die Küche größer wirken und ist pflegeleicht. Auch Massivholz in geölter Ausführung mit sichtbarer Maserung bringt Wärme in den Raum. Vermeiden Sie zu dunkle Steine, die bei wenig Licht schnell erdrückend wirken.
Ist eine Marmor-Arbeitsplatte für eine Küche geeignet?
Marmor ist säureempfindlich und weicher als Granit – er verkratzt leichter. Für eine Arbeitsplatte in der Küche ist er daher nur bedingt geeignet, es sei denn, Sie nehmen Patina und Flecken in Kauf. Besser geeignet ist Quarzit (Naturstein) oder Quarzverbund (Kunststein), die widerstandsfähiger sind.
Kann ich eine Arbeitsplatte auf bestehende Unterschränke legen, die nicht waagerecht sind?
Ja, aber die Unterschränke müssen vorher justiert werden. Verwenden Sie Ausgleichskeile oder Montagefüße (z. B. von Häfele, ca. 5 € pro Stück). Eine unebene Unterlage führt zu Spannungen und kann die Platte beschädigen, besonders bei Stein. Eine Wasserwaage ist Pflicht.
Wie lange hält eine Arbeitsplatte aus Schichtstoff im Durchschnitt?
Bei normaler Nutzung etwa 10-15 Jahre. Nach dieser Zeit können die Kanten abblättern oder die Oberfläche verkratzt sein. Ein Austausch ist vergleichsweise günstig. In Mietwohnungen reicht eine Schichtstoffplatte oft für die gesamte Mietdauer.
Arbeitsplatten aus Massivholz richtig pflegen und Küchenreparatur: Spüle und Kochfeldausschnitte selber machen – weiterführende Ratgeber helfen Ihnen, Ihre Arbeitsplatte optimal zu nutzen und zu erhalten.
Weitere Tipps
Überlegen Sie auch, ob Sie sich für eine durchgehende Platte oder eine mit Trennfuge entscheiden. In deutschen Altbauten mit schiefen Wänden ist eine durchgehende Platte oft aufwändig anzupassen – eine Fuge zwischen zwei Teilen kann Unebenheiten kaschieren. Die Fuge lässt sich mit einem C-Profil oder Silikon versiegeln.
Denken Sie an den Auszug: Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, bewahren Sie die alte Arbeitsplatte im Keller oder auf dem Dachboden auf. So können Sie beim Auszug einfach zurückbauen. Das spart Ärger und Kosten für eine neue Ersatzplatte.
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