Klimaregal 2.0: Wandregal aus Lehm und Salz-PCM, das Luftfeuchte puffert und Wärme speichert
Zu trocken im Winter, zu schwül im Sommer? Ein Wandregal, das Ihre Bücher trägt und gleichzeitig Ihr Raumklima stabilisiert, klingt futuristisch – ist aber machbar. Das hier vorgestellte Klimaregal kombiniert kapillaraktiven Lehm mit austauschbaren Kassetten aus Phasenwechselmaterial (PCM) und einer passiven Luftführung. Ergebnis: angenehmere Luftfeuchte, abgeflachte Temperaturschwankungen und weniger Schimmelrisiko – ohne sichtbare Technik.
Warum ein Regal das Raumklima verbessern kann
Innenräume fühlen sich dann behaglich an, wenn die relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 % liegt und Temperatursprünge ausbleiben. Genau hier setzen poröse, hygroskopische Materialien an: Sie nehmen Wasserdampf auf und geben ihn wieder ab. Kombiniert man diese Fähigkeit mit PCM-Kernen, die beim Schmelzen Wärme speichern und beim Erstarren wieder abgeben, entsteht ein Möbel, das Feuchte- und Wärmespitzen passiv glättet.
Drei Kernwissen-Punkte
Hygroskopie: Lehm, Zellulose und Kork können Feuchte aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben – das reduziert Peaks nach dem Kochen, Duschen oder vielen Personen im Raum.
Phasenwechsel: PCM-Kassetten (z. B. Bio-Paraffin 23–26 °C) speichern bei Phasenwechsel große Energiemengen und stabilisieren die operative Temperatur spürbar.
Konvektion: Eine Rückenlüftung hinter dem Regal nutzt den Kamineffekt. Warme, feuchte Luft strömt nach oben, kühlt an den Lehmflächen ab, gibt Feuchte ab und verlässt das System wieder.
Aufbau des Klimaregals
Front und Böden: 18–22 mm Lehmverbundplatten (Lehm + Pflanzenfasern), offenporig oder fein geschlämmt.
Einlegekassetten: Modultrays mit PCM (z. B. 24 °C Schmelzpunkt, 180–220 kJ kg-1) und optional Zeolith/ Aktivkohle zur Geruchsbindung.
Rückwand: Perforierte Lehmplatte mit Einlassschlitzen unten und Auslass oben für passive Luftzirkulation.
Rahmen: Massivholz (Esche, Eiche oder Tanne), geölt, kapillar offen.
Unsichtbare Distanzhalter: 8–12 mm Abstand zur Mauer, damit die Luft hinter dem Regal strömen kann.
So wirkt das System im Alltag
Bei plötzlicher Feuchtebelastung (z. B. Pasta kochen, 10–15 min) nimmt der Lehm Wasserdampf an der Oberfläche auf. Die Luft kühlt minimal ab, sinkt ab und wird durch die unteren Schlitze nachgeführt. Gleichzeitig absorbieren die PCM-Kassetten Überschusswärme nahe ihrem Schmelzpunkt. Nach dem Peak geben Lehm und PCM die gespeicherte Feuchte und Wärme zeitversetzt wieder ab – das Raumklima wird gleichmäßiger.
Vorteile in der Übersicht
Aspekt
Beschreibung
Praxisnutzen
Feuchtepuffer
Lehmoberflächen + Zeolith-Trays
Weniger Feuchtepeaks, geringeres Schimmelrisiko
Wärmespeicher
PCM 24 °C, modular tauschbar
Abgeflachte Temperaturschwankungen, mehr Behaglichkeit
Passivbetrieb
Konvektion ohne Lüfter
Kein Strom, keine Geräusche, wartungsarm
Raumnutzung
Aufbewahrung + Klimafunktion
Zwei Funktionen auf derselben Wandfläche
Gesundheit
Kapillar offen, emissionsarm
Wohngesund, angenehme Luft
Fallstudie: Altbau-Wohnzimmer 22 m² in Leipzig
Setup: 2,4 m breites Klimaregal (5 Ebenen, 0,28 m2 Lehmoberfläche pro Ebene), 6 PCM-Kassetten à 0,8 kg (24 °C).
Messzeitraum: Oktober–Dezember, 8 Wochen, CO2, rF und Temperatur geloggt (1-min Intervall).
Ergebnisse:
rF-Peaks nach Kochen/Gästen: im Median um 9–14 % rF niedriger, Rückkehr zur Ausgangslage 30–45 min schneller.
Temperaturspitzen (Nachmittags-Sonne): um 0,7–1,1 °C abgeflacht.
Bücherregal-Rückwand trocken: kein Kondensat, muffiger Geruch nach 3 Wochen verschwunden.
Hinweis: Werte sind exemplarisch und abhängig von Raumvolumen, Luftwechsel und Möblierung.
DIY: Ein 1,2 m Klimaregal selbst bauen
Materialliste
Lehmplatten 20 mm, geschnitten auf 1200 × 300 mm (3–4 Stück für Böden, 1 Stück für Rückwand, 1 Stück Frontblende optional)
Massivholzleisten 30 × 40 mm (Rahmen, Querstreben, Distanzhalter)
PCM-Kassetten 24 °C, 6–8 Stück à 0,8–1,0 kg, tröpfchendicht verschweißt
Zeolith-/Aktivkohleeinsätze (optional, in luftdurchlässigen Beuteln)
Mineralischer Kleber für Lehm, Edelstahlschrauben, Dübel (je nach Wand)
Wandhalter mit 10–12 mm Distanz
Oberflächenbehandlung: Lehmfeinputz oder Silikatlasur (diffusionsoffen)
Schritt-für-Schritt
Wand prüfen, tragfähig und eben herstellen. Feuchte Stellen sanieren.
Holzrahmen montieren: Obere und untere Schiene waagerecht, Distanzhalter zur Wand setzen (8–12 mm Luftspalt).
Pflege: Trocken abstauben, bei Flecken leicht feucht wischen. Keine öligen Reiniger.
Feuchtespitzen: Nach dem Kochen/Duschen stoßlüften – das Regal beschleunigt die Rücktrocknung.
Belastung: Lehmplatten sind druckfest, dennoch punktuelle Schläge an Kanten vermeiden.
Brandschutz: Lehm ist nicht brennbar; PCM-Kassetten gemäß Herstellerangaben verwenden.
Nachhaltigkeit & Gesundheit
Materialkreislauf: Lehm ist regional verfügbar und wiederverwendbar; Holzrahmen reparaturfreundlich.
Emissionen: Mineralisch, diffusionsoffen, ohne Weichmacher – wohngesund.
Lebensdauer: Lehmoberflächen lassen sich aufarbeiten; PCM-Kassetten nach Jahren tauschbar.
Optionale Smart-Integration
E-Paper-Hygrometer im oberen Fach für rF/Temperaturanzeige (Batteriejahre).
LoRa/BLE-Sensor hinter der Rückwand für Langzeit-Logging und Feuchtealarme.
Automations-Hinweis: Fensterkontakte + rF-Schwellenwert = Lüftungs-Reminder, ohne das Regal aktiv zu steuern.
FAQ kurz & knapp
Kann ich das in der Küche einsetzen? Ja, besonders offen zum Wohnraum – Fette an Lehmflächen mit Spritzschutz vermeiden.
Schadet Feuchte Büchern? Das Gegenteil: Puffernde Oberflächen halten rF stabiler, was Papier zugutekommt.
Muss das PCM beheizt werden? Nein, es arbeitet passiv um den Schmelzpunkt. Ein Tausch der Kassetten je nach Jahreszeit ist möglich.
Ausblick: Saisonale Kassetten und modulare Fronten
Sommersatz: PCM 24–26 °C für Hitzespitzen.
Wintersatz: PCM 20–22 °C für Heizperioden.
Frontmodule: Gerippte Lehm-Fliesen erhöhen Fläche, Textilfronten mit Hanfvlies ergänzen Akustik.
Fazit
Das Klimaregal 2.0 ist mehr als Stauraum: Es ist ein hygrothermisch aktives Möbel, das die Behaglichkeit messbar steigert und dabei natürlich aussieht. Wer in Altbauten mit wechselnden Feuchten oder in kompakten Stadtwohnungen wohnt, erhält eine elegante, passive Lösung für bessere Luft und gleichmäßigere Temperaturen.
Praxis-Tipp: Starten Sie mit einem 1,2 m Prototyp in Wohn- oder Essbereich, loggen Sie rF/Temperatur vier Wochen lang – und skalieren Sie bei Bedarf auf eine ganze Regalwand.
Klimaregal 2.0: Wandregal aus Lehm und Salz-PCM, das Luftfeuchte puffert und Wärme speichert
Klimaregal 2.0: Wandregal aus Lehm und Salz-PCM, das Luftfeuchte puffert und Wärme speichert
Zu trocken im Winter, zu schwül im Sommer? Ein Wandregal, das Ihre Bücher trägt und gleichzeitig Ihr Raumklima stabilisiert, klingt futuristisch – ist aber machbar. Das hier vorgestellte Klimaregal kombiniert kapillaraktiven Lehm mit austauschbaren Kassetten aus Phasenwechselmaterial (PCM) und einer passiven Luftführung. Ergebnis: angenehmere Luftfeuchte, abgeflachte Temperaturschwankungen und weniger Schimmelrisiko – ohne sichtbare Technik.
Warum ein Regal das Raumklima verbessern kann
Innenräume fühlen sich dann behaglich an, wenn die relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 % liegt und Temperatursprünge ausbleiben. Genau hier setzen poröse, hygroskopische Materialien an: Sie nehmen Wasserdampf auf und geben ihn wieder ab. Kombiniert man diese Fähigkeit mit PCM-Kernen, die beim Schmelzen Wärme speichern und beim Erstarren wieder abgeben, entsteht ein Möbel, das Feuchte- und Wärmespitzen passiv glättet.
Drei Kernwissen-Punkte
Aufbau des Klimaregals
So wirkt das System im Alltag
Bei plötzlicher Feuchtebelastung (z. B. Pasta kochen, 10–15 min) nimmt der Lehm Wasserdampf an der Oberfläche auf. Die Luft kühlt minimal ab, sinkt ab und wird durch die unteren Schlitze nachgeführt. Gleichzeitig absorbieren die PCM-Kassetten Überschusswärme nahe ihrem Schmelzpunkt. Nach dem Peak geben Lehm und PCM die gespeicherte Feuchte und Wärme zeitversetzt wieder ab – das Raumklima wird gleichmäßiger.
Vorteile in der Übersicht
Fallstudie: Altbau-Wohnzimmer 22 m² in Leipzig
Hinweis: Werte sind exemplarisch und abhängig von Raumvolumen, Luftwechsel und Möblierung.
DIY: Ein 1,2 m Klimaregal selbst bauen
Materialliste
Schritt-für-Schritt
Bauzeit: ca. 4–6 Stunden, Richtkosten: 280–520 € je nach Materialqualität und PCM-Menge.
Gestaltung & Platzierung
Pro und Contra
Pflege, Sicherheit und Betrieb
Nachhaltigkeit & Gesundheit
Optionale Smart-Integration
FAQ kurz & knapp
Ausblick: Saisonale Kassetten und modulare Fronten
Fazit
Das Klimaregal 2.0 ist mehr als Stauraum: Es ist ein hygrothermisch aktives Möbel, das die Behaglichkeit messbar steigert und dabei natürlich aussieht. Wer in Altbauten mit wechselnden Feuchten oder in kompakten Stadtwohnungen wohnt, erhält eine elegante, passive Lösung für bessere Luft und gleichmäßigere Temperaturen.
Praxis-Tipp: Starten Sie mit einem 1,2 m Prototyp in Wohn- oder Essbereich, loggen Sie rF/Temperatur vier Wochen lang – und skalieren Sie bei Bedarf auf eine ganze Regalwand.
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