Fensterbank 2.0: Sitznische mit PCM-Wärmespeicher, die im Winter wärmt und im Sommer kühlt
Warum lassen wir Sonnenwärme ungenutzt entweichen, statt sie dort zu speichern, wo wir sie spüren? Eine thermoaktive Fensterbank mit Phase-Change-Material (PCM) verwandelt die Sitznische in einen lautlosen Komfortbooster: Sie speichert solare Gewinne, glättet Temperaturschwankungen und reduziert den Kaltluftabfall am Fenster – ohne sichtbare Technik, optional smart geregelt.
So funktioniert die PCM-Fensterbank
Das Herzstück ist ein latenter Wärmespeicher: Beim Schmelzen nimmt das PCM große Energiemengen auf, beim Erstarren gibt es diese wieder ab – bei nahezu konstanter Temperatur.
Latente Speicherleistung: Je nach Salzhydrat oder Paraffin ca. 45–70 Wh/kg (≈ 160–250 kJ/kg).
Natürliche Konvektion: Perforationen an Front und Oberseite bilden einen stillen Luftkreislauf. Kalte Luft wird erwärmt, der Kaltluftsee verschwindet.
Sommer-Vorteil: PCM mit Schmelzpunkt 23–26 °C nimmt Spitzenwärme auf und puffert Überhitzung in Südzonen.
Aufbau der thermischen Sitznische
Decklage: 18–22 mm Eiche, Esche oder Bambus, geölt (wärmeleitfähig genug, robust, warm im Griff).
PCM-Kassetten: Flachmodule 300 × 300 × 15–25 mm, Schmelzpunkt 24 °C, leckagegesichert (Schweißrand, Dichtigkeitsprüfung).
Luftkanäle: 15–20 mm Strömungsspalt, perforierte Front (Lochanteil 12–18 %), Staubfilter-Vlies.
Isolationsrücken: Vakuumdämmplatte oder Holzfaser 20–40 mm zum kalten Mauerwerk.
Optional aktiv: 24 V SELV-Mini-Lüfter (0,6–1,2 W, 80 mm), flüsterleise, gesteuert via Thermostat bzw. CO₂-Sensor.
Dimensionierung: Wie viel PCM ist sinnvoll?
1) Zieltemperatur und Schmelzpunkt
Wohnräume fühlen sich bei 20–23 °C behaglich an. Wählen Sie PCM 23–26 °C für Winterkomfort nahe Fenster und PCM 26–28 °C für sommerliche Pufferung in Südzonen.
2) Speicherbedarf grob kalkulieren
Daumenregel: 8–12 kg PCM pro laufendem Meter Fensterbank (Tiefe ≥ 35 cm) liefern 400–800 Wh latente Speicherung.
Beispiel: 1,5 m Bank × 10 kg/m × 55 Wh/kg ≈ 825 Wh Speicher pro Lade-/Entladezyklus.
3) Materialwahl und Kompatibilität
Salzhydrat: hohe Dichte, gute Leistung, oft preiswerter; braucht Leckageschutz und Phasenstabilisator.
Paraffin: chemisch stabil, wartungsarm; geringere Dichte, dafür sehr zyklenfest.
Gehäuse: Metallkassetten für bessere Wärmeleitung, Kunststoff für Kostenvorteil – jeweils mit Prüfzeugnis (Dichtigkeit, Brandschutzklasse passend zur Anwendung).
Vorteile auf einen Blick
Vorteil
Beschreibung
Praxisnutzen
Komfortzone am Fenster
Höhere Oberflächentemperatur, weniger Zug
Längere Nutzungsdauer der Sitznische
Energiepuffer
Speichert solare Gewinne, gibt sie zeitversetzt ab
Spürbar stabilere Raumtemperatur
Sommerkühlung passiv
Reduziert Temperaturspitzen an Südfassaden
Weniger Überhitzung am Nachmittag
Leise & unsichtbar
Keine sichtbaren Heizgeräte, optional lüfterlos
Wohnlich statt technisch
Nachrüstbar
Modulbauweise für Bestandsfenster
DIY-tauglich, geringe Eingriffstiefe
Fallstudie: Altbau-Sitzfenster in Berlin
Objekt: Gründerzeitwohnung, Südfassade, 3 Flügel, Laibung tiefergelegt als Sitznische (1,6 m × 0,4 m).
PCM: 18 kg Salzhydrat 24 °C in 6 Kassetten, Decklage Eiche 20 mm, Frontperforation 14 %.
Ergebnisse (Messzeitraum Jan.–März):
Oberflächentemperatur Bank: +2,3 K im Mittel an sonnigen Tagen (12–15 Uhr).
Raumtemperatur Schwankung: –0,9 K (ohne Reglereingriff).
Kaltluftabfall: Zuggefühl subjektiv „nicht mehr wahrnehmbar“; Anemometer < 0,08 m/s in Sitzhöhe.
Zusatzstrom (aktive Variante mit 24 V Lüfter): 0,7 W durchschnittlich, < 0,02 kWh/Tag.
DIY-Montage Schritt für Schritt
Materialliste (Beispiel 1,5 m Breite)
Deckplatte Holz 1600 × 400 × 20 mm, beidseitig geölt
6 × PCM-Kassette 300 × 300 × 20 mm, 24 °C
Tragrahmen Multiplex 18 mm, Raster 300 mm
Holzfaser-Dämmplatte 30 mm (Rückseite/Unterlage)
Perforierte Frontleiste 1600 × 120 mm (Loch Ø 8 mm, 14 %)
Filtervlies (wechselbar), Magnetband oder Cliprahmen
Optional: 2 × 24 V-Lüfter 80 mm, Thermostat (Matter/Wi‑Fi)
Rückbau: Sortenrein trennbar; Holz recycel-/kompostierbar, PCM als Wertstoff.
Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet
Zu wenig Luftaustausch: Immer Ein- und Auslass einplanen; Lochanteil ≥ 12 %.
Falscher Schmelzpunkt: 24–26 °C für Winterkomfort, > 26 °C primär für Sommerpufferung.
Wärmebrücken: Deckplatte nicht direkt auf kalten Stein; Trennlage/Isolationsrücken vorsehen.
Feuchte in der Laibung: Vor Einbau Schimmel-Check; ggf. Sanierputz/Entfeuchtung.
Ausblick: Adaptive Speicher und Tageslichtkopplung
Hybrid-PCM mit zwei Schmelzbereichen (23 °C und 28 °C) erweitert Sommer-/Winterfenster.
PV-gekoppelte 24 V-Lüfter laden das PCM bevorzugt bei Solarüberschuss.
Tageslichtsensorik verknüpft Beschattung, Lüfterstufen und Speichermanagement.
Fazit: Komfortplatz am Fenster – jetzt nutzbar machen
Eine PCM-Fensterbank ist ein unauffälliges Bauteil mit großer Wirkung: mehr Sitzkomfort, glattere Temperaturen, passive Kühlung an Sonnentagen. Beginnen Sie mit einem Fenster als Pilot, wählen Sie 24–26 °C PCM und testen Sie die stille Konvektion zuerst lüfterlos. Wer mehr Dynamik wünscht, ergänzt später 24 V-Lüfter und eine schlanke Automationslogik.
Call to Action: Messen Sie die Fensterlaibung, prüfen Sie den Schmelzpunktbedarf – und planen Sie Ihre erste thermische Sitznische für die nächste Heizperiode.
Fensterbank 2.0: Sitznische mit PCM-Wärmespeicher, die im Winter wärmt und im Sommer kühlt
Fensterbank 2.0: Sitznische mit PCM-Wärmespeicher, die im Winter wärmt und im Sommer kühlt
Warum lassen wir Sonnenwärme ungenutzt entweichen, statt sie dort zu speichern, wo wir sie spüren? Eine thermoaktive Fensterbank mit Phase-Change-Material (PCM) verwandelt die Sitznische in einen lautlosen Komfortbooster: Sie speichert solare Gewinne, glättet Temperaturschwankungen und reduziert den Kaltluftabfall am Fenster – ohne sichtbare Technik, optional smart geregelt.
So funktioniert die PCM-Fensterbank
Das Herzstück ist ein latenter Wärmespeicher: Beim Schmelzen nimmt das PCM große Energiemengen auf, beim Erstarren gibt es diese wieder ab – bei nahezu konstanter Temperatur.
Aufbau der thermischen Sitznische
Dimensionierung: Wie viel PCM ist sinnvoll?
1) Zieltemperatur und Schmelzpunkt
Wohnräume fühlen sich bei 20–23 °C behaglich an. Wählen Sie PCM 23–26 °C für Winterkomfort nahe Fenster und PCM 26–28 °C für sommerliche Pufferung in Südzonen.
2) Speicherbedarf grob kalkulieren
3) Materialwahl und Kompatibilität
Vorteile auf einen Blick
Fallstudie: Altbau-Sitzfenster in Berlin
DIY-Montage Schritt für Schritt
Materialliste (Beispiel 1,5 m Breite)
Montage
Bauzeit: 3–5 h zu zweit • Kosten: ab ~ 420–680 € je nach PCM-Typ und Holzart.
Smart-Integration ohne Bastelstress
Pro / Contra
Gesundheit & Nachhaltigkeit
Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet
Ausblick: Adaptive Speicher und Tageslichtkopplung
Fazit: Komfortplatz am Fenster – jetzt nutzbar machen
Eine PCM-Fensterbank ist ein unauffälliges Bauteil mit großer Wirkung: mehr Sitzkomfort, glattere Temperaturen, passive Kühlung an Sonnentagen. Beginnen Sie mit einem Fenster als Pilot, wählen Sie 24–26 °C PCM und testen Sie die stille Konvektion zuerst lüfterlos. Wer mehr Dynamik wünscht, ergänzt später 24 V-Lüfter und eine schlanke Automationslogik.
Call to Action: Messen Sie die Fensterlaibung, prüfen Sie den Schmelzpunktbedarf – und planen Sie Ihre erste thermische Sitznische für die nächste Heizperiode.
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